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Jeder Mensch hat Angst und wer gar keine verspürt, der lügt. Doch was ist Angst überhaupt und gibt es einen Weg, sie positiv zu nutzen? Dies und vieles mehr erfährst du im folgenden Beitrag.

Was ist Angst?

Angst ist ein Gefühl im Körper, welches eher unangenehm ist und niemand so wirklich gerne mag. Viele beschreiben die Angst als ein drückendes und „Kehle zuschnürendes“ Gefühl. Einige merken sie auch im Bauchbereich. Dieses Gefühl kann nur außerhalb unserer Komfortzone auftreten, was bei vielen Menschen dazu führt, dass sie schnellstmöglich wieder in ihre Komfortzone zurückkehren, weil sie deutlich bequemer ist. Dies ist eine Art von Verdrängung von Gefühlen, die uns auf Dauer unglücklich, antriebslos und krank macht. Doch wie sieht denn überhaupt der richtige Umgang mit Angst aus? Ist sie immer negativ? Dazu folgt gleich mehr.

 

Die ursprüngliche Funktion der Angst

Man kann Angst aus 2 Perspektiven betrachten. Zum einen kann sie eine Schutzfunktion zum Überleben darstellen und zum anderen kann sie sogar als Wegweiser dienen. Zuerst gehen wir nun auf die erste Perspektive ein. Wir benötigen die Angst, um aus kritischen Gefahren Situationen herauszukommen und dafür zu sorgen, dass wir überleben. Hätten wir keine Angst, würden wir „lebensmüde“ handeln und könnten ohne Probleme von Hochhäusern springen oder uns in brenzliche Situationen begeben, sei es im Straßenverkehr oder sonstigen Situationen. Somit ist die Angst eine Schutzfunktion, die wir unbedingt benötigen und definitiv gut für uns ist.

In früheren Zeiten hatte die Menschheit durchaus mit mehr tatsächlichen Gefahren zu tun als heute, zumindest wenn wir von einem relativ „normalen“ Leben in Deutschland bzw. Europa ausgehen. Damals, als es noch keine Häuser und Städte gab, musste man jederzeit damit rechnen, dass ein gefährliches Tier um die Ecke kommt und wenn es so weit war, kam die „Angst“ ins Spiel, sodass man sich entweder verteidigen oder die Flucht ergreifen konnte.

Die Angst in ihrer ursprünglichen Form ist demnach ein ganz natürliches Gefühl. Heutzutage sieht es etwas anders aus, da wir nur selten in solche Situationen geraten. Wir können uns glücklich schätzen, wobei es natürlich auch dazu führt, dass wir verweichlichen. Wir haben heute vor allen möglichen Dingen Angst, worüber sich die Menschen, die damals lebten, kaputtlachen würden. In Anbetracht unserer heutigen Lebenssituation ist die Angst zwar immer noch eine natürliche Emotion, allerdings ist es oft der Fall, dass sie die Führung übernimmt und uns kontrolliert.

 

Die Angst als Wegweiser

Somit können wir die Angst heute oftmals als Wegweiser betrachten. Sie ist der Wegweiser, der uns aus unserer Komfortzone herausführt, was darin resultiert, dass wir uns lebendiger und glücklicher fühlen. Das Gefühl der Bequemlichkeit ist kurz- und mittelfristig zwar gut, doch irgendwann kommt immer der Punkt, an dem wir uns weiterentwickeln sollten. Hierfür können wir die Angst als Hilfe nehmen, da sie uns meistens ganz genau zeigt, wo wir hingehen müssen. Das, wovor du gerade am meisten Angst hast, ist wahrscheinlich genau das, was du tun solltest. Da gilt es aber wirklich, auf dein Herz zu hören. Dein Gefühl sagt dir zum Beispiel ganz genau, was zu tun ist und die Angst ist lediglich etwas, was als Begleitung erscheint. Es heißt nicht grundlos, dass man durch die Angst hindurchgehen muss, um wahre Erfüllung im Leben zu erfahren.

Beispiel:
Du bist angestellt als Einzelhandelskauffrau und hast dir seit geraumer Zeit eine nebenberufliche Selbstständigkeit im Bereich Webdesign aufgebaut. Du hast schon einige Kunden, aber noch nicht genug, um davon leben zu können. Allerdings bist du in deinem Hauptberuf im Einzelhandel schon seit langer Zeit sehr unglücklich, was sich auch negativ auf deine Selbstständigkeit auswirkt. Du fühlst dich oftmals schlapp und energielos und hast das Gefühl, dass dich dein Angestelltenverhältnis einengt und müde macht. Am liebsten würdest du deine Selbstständigkeit zum Hauptberuf machen, traust dich aber nicht, weil es ja sein könnte, dass du dann deine Miete nicht mehr zahlen kannst. „Ich habe noch nicht genügend Kunden…das wäre mein Todesurteil…das wäre alles andere als schlau…“

Solche Dinge schwirren dir im Kopf herum, obwohl dein Herz dir ganz genau sagt, wofür du brennst. Du hast das Gefühl, dass solange du nicht alles auf eine Karte setzt, in deiner Selbstständigkeit nie den entscheidenden Sprung machen wirst. Doch du hast Angst. Sehr große Angst sogar, denn momentan befindest du dich in deiner Komfortzone, die zwar bequem ist, dich jedoch nicht erfüllt. An diesem Punkt kannst du deine Angst als Wegweiser nutzen. Spring aus deiner Komfortzone heraus und nimm deine Angst dabei an die Hand. Nimm sie einfach mit und lass sie da sein, anstatt vor ihr wegzulaufen. Du wirst sehen, dass alles anders kommt, als du befürchtet hast, denn die Magie, die daraus entsteht, wenn man zu 100 % der eigenen Freude folgt und den Herzensweg geht, ist wahnsinnig groß und kaum zu beschreiben.

 

Der richtige Umgang mit der Angst

Nun hast du im vorherigen Beispiel bereits erfahren, wie du deiner Angst umgehen solltest. Es geht nämlich keineswegs darum, die Angst wegzuschieben und sich gegen sie durchzusetzen, denn das würde bedeuten, dass du kämpfst und im Widerstand zu ihr bist, was nie positiv endet. Die Angst ist Teil deines Körpers und hat ihren Sinn, weshalb du ihr mit Akzeptanz und Hingabe entgegenkommen solltest. Nimm sie an die Hand. Zeige ihr, wie dein Herzensweg aussieht und schlussendlich wird sie es „einsehen“ und sich zurückziehen.

 

Der Klick-Moment für den richtigen Umgang mit Angst

Meistens ist ein sogenannter Klick-Moment dafür nötig, um den entscheidenden Schritt zu wagen und sich bewusst und klar für etwas zu entscheiden. Diesen Moment kannst du nicht aktiv herbeiführen. Allerdings kannst du ihn mit der Zeit etwas herauskitzeln, indem du dich mit den richtigen Themen beschäftigst. Wenn du bis hierhin gelesen hast, ist dies bei dir sowieso schon der Fall. Vielleicht bekommst du durch diesen Beitrag ja bereits den nötigen Input und die nötigen Anregungen, um deinen persönlichen Schritt aus der Komfortzone heraus zu gehen. Oftmals ist auch eine sehr große Unzufriedenheit nötig, damit der Klick-Moment kommt.

Das heißt, dass es manchmal erst einmal richtig schlimm werden muss, damit die Unzufriedenheit so groß ist, dass du keine andere Wahl mehr hast, als aktiv zu werden und die gewissen Schritte einzuleiten. Somit ist es ratsam, das Gefühl der Angst einfach mal für eine gewisse Zeit zu fühlen. Es geht nicht darum, sie zu bewerten oder irgendwelche Handlungen auszuführen, sondern erst einmal solltest du nichts anderes tun, als sie zu fühlen. Dies geht auch wieder mit der Akzeptanz einher und damit, dass du deine Angst nicht verdrängen solltest, da es sowieso nur kurz- und mittelfristig funktioniert. Fühle deine Gefühle so intensiv wie möglich und die Chance für den Klick-Moment, der alles verändert, wird immer größer.

 

Der optimale Umgang mit Angst ist für jeden Menschen gleich

Das Thema „der richtige Umgang mit Angst“ ist höchst individuell zu betrachten, weil sich jeder Mensch in einer anderen Lebenssituation befindet. Wiederum aber lassen sich die Punkte, die du in diesem Beitrag gelesen hast, immer und für jeden Menschen in jeder Situation anwenden. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Fühlen der Angst am wichtigsten ist. Direkt gefolgt von der Erkenntnis, die Angst als Wegweiser nutzen zu können. Dies gibt dir eine ganz neue Perspektive und führt dazu, dass du deine Ängste nicht mehr ständig verteufelst, obwohl sie sich teilweise schrecklich anfühlen.

Bitte bedenke, dass sich Angst niemals schön anfühlen wird und du im Laufe des Lebens immer wieder an solche Punkte kommen wirst, an denen du sie aufs Neue an die Hand nehmen musst. Du hast die Wahl: entweder du führst ein bequemes und unglückliches Leben oder ein spannendes, manchmal atemberaubendes, aber durchaus glückliches Leben. Dies ist nicht auf äußere Umstände bezogen, sondern auf dein Inneres. Ein atemberaubendes Leben muss nicht bedeuten, dass du ständig am Reisen bist und spannende Dinge erlebst. Nach außen hin kann ein spannendes und buntes Leben auch sehr langweilig aussehen, während du selbst innerlich erfüllt und glücklich bist.